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ADIPOSITAS
Wenn Übergewicht zur Last wird

Adipositas bei Kindern und Jugendlichen ist inzwischen eine zahlenmäßig bedeutsame Gesundheitsstörung. In Deutschland sind je nach Definition 10 bis 20 Prozent aller Schulkinder und Jugendlichen übergewichtig.

Eine Adipositas liegt vor, wenn der Körperfettanteil an der Gesamtkörpermasse pathologisch erhöht ist. Da der Fettanteil des Körpers nur mit aufwendigen und kostspieligen Methoden exakt zu bestimmen ist, hat sich die Verwendung des Body Mass Index (BMI) bewährt. Hierzu werden nur die einfach zu messenden Parameter Körperlänge und -gewicht benötigt, um daraus den BMI (BMI = kg/m2) abzuleiten.

Wir sind davon überzeugt, dass Adipositas nicht nur eine Frage des Ess- und Bewegungsverhaltens der Kinder und Jugendlichen ist, sondern dass psychosoziale Faktoren eine erhebliche Rolle spielen. Nach unserer Erfahrungen mit den Patienten aus den Fachkliniken Wangen haben fast alle adipösen Kinder und Jugendliche eine Anpassungsstörung als Entstehungsursache oder als Folge der Adipositas.

Bei einer Anpassungsstörung handelt es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, als Folge einer erlebten Belastung, die im allgemeinen soziale Handlungsweisen blockieren. Die Belastungssituation kann das soziale Netz (Trauerverlust, Trennungserlebnisse) oder das soziale Umfeld (Umzug, Flucht, Emigration) des Betroffenen beschädigt haben. Sie kann auch in einem größeren Entwicklungsschritt oder einer Krise bestehen (Einschulung, Schulwechsel, Mobbing in der Schule). Depressive Grundstimmung oder aggressives Verhalten sowie Verweigerungshaltung, Angst (oder eine Mischung hieraus) können Ausdrucksformen dafür sein. Außerdem kann ein Gefühl bestehen, mit alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen. Störungen des Sozialverhaltens können insbesondere bei Jugendlichen ein zusätzliches Symptom sein.

In der Rehabilitationskinderklinik werden Kinder und Jugendliche mit Adipositas vom 2. bis zum 18. Lebensjahr behandelt. Bei den jüngeren Kindern wird eine Begleitperson mit aufgenommen („Kind-Mutter-Rehabilitation“).


Adipositasschulung

Schulung ist ein integraler Bestandteil der Therapie. Die einzelnen Module der Schulung sind im Gesamtkonzept der Klinik verankert. Sie werden von den verschiedenen Bereichen bzw. von unterschiedlichen Berufsgruppen aufgegriffen (z.B. Informationen zu Adipositas, Sport, Ernährung, Nahrungszubereitung, Essverhalten, Arbeit in Kleingruppen etc.). Die Eltern werden zu Schulungen an einem Wochenende eingeladen.


Bewegungstherapie

Von der Bewegungstherapie werden sport- und physiotherapeutische Maßnahmen angeboten.

  • Schwimmen, Spiele im Wasser, Wassergymnastik
  • Große Sportspiele (Basketball, Fußball, Volleyball, Hockey)
  • Kleine Spiele
  • Dehn– und Kräftigungsübungen
  • Ausdauertraining (Lauf– und Fahrradergometertraining)
  • Trendsportarten (Inlineskating, Aerobic, Surfen, Kajak)
  • Trampolinturnen
  • Bei spezieller Indikation: Spezielle Testverfahren (KTK, TKT)
  • Psychomotorik nach Verordnung
  • Zusätzliche Schwimmkurse oder Schwimmtraining
  • Insbesondere für Patienten mit Haltungsschwächen werden spezielle Kräftigungsübungen angeboten.



Weitere Informationen erhalten Sie in der Rehabilitationskinderklinik





[ 02.02.2012 ]
SWR Fernsehen vor Ort in der Kinderrehabilitationsklinik in Wangen
Wangen – Das SWR Fernsehen berichtet am Donnerstag, dem 02. Februar 2012, um 20:15 Uhr in der Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“ zum Thema „Essen immer und überall – Wer schützt uns vor Dickmachern?“.
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